Der tierische Beobachter

19.09.2017

Mein Fell war eigentlich immer pitschnass- entweder war ich wieder mal durchgeschwitzt beim Sonnenbaden oder mich erwischte einer der gefühlt eintausend Regengüsse.

Leid taten mir ja alle Einrichtungen und Mitarbeiter der Bürgerhilfe, welche ihr Domizil in den Dachetagen haben. Ich glaube, die freuen sich schon seit Wochen auf die kühleren Tage.

Mein Kumpel Bello freut sich aber über etwas ganz anderes: Er möchte endlich wieder ruhige Nächte haben, egal ob es regnet oder den ganzen Tag die Sonne schien. Nun habe ich euch bestimmt ganz neugierig gemacht:

Bello ist Vater geworden!

Seiner Meinung nach kam das ziemlich plötzlich und wäre eigentlich gar nicht möglich, da er erst seit Anfang Mai mit seinem Hundemädchen ging. Im Juli brachte seine neue Freundin Cora 3 gesunde Welpen zur Welt. Sie nannte sie: Bella, Zora und Bello II.

Mich wählten sie einstimmig als Patin aus. Damit ich ja alles richtig machen konnte wie Füttern, Pflege, Spielen und so, schlich ich mich bei der Bürgerhilfe ein und beobachtete  aufmerksam eine Einrichtung für ganz junge Mamas und Papas mit ihren Babys. Das war vielleicht interessant. Die jungen Eltern lernen hier wie man aus frischen Lebensmitteln Babybreichen kochen kann, was wohl viel preiswerter als Fertignahrung sein soll. Ein Monat ist ganz schön lang und ein Baby hat jeden Tag Hunger, also muss auch das Geld bis zum Monatsende reichen. Den jungen Mamas und Papas wird erklärt, dass ein Baby ein eigenes Bettchen braucht und vor allem viel Ruhe. Nicht schlecht staunten die jungen Eltern, als man ihnen erklärte, dass Kinder schwerer sprechen lernen, wenn sie nur Radio- und Fernsehtöne und kaum die Stimmen ihrer Eltern hören. Deshalb haben die Logopäden wohl immer einen so vollen Terminkalender.

Wie man richtig mit Babys spielt, wie man erkennt, warum ein Baby weint, ob es Hunger hat, ob ihm etwas weh tut oder ihm einfach nur langweilig ist waren für mich völlig neue Erfahrungen. Natürlich habe ich das gleich bei meinen Schützlingen getestet. Ich vermute, die 3 jaulen und jammern nur aus einem Grund – aus Langeweile. Die haben schon gut gelernt, dass ich ganz schnell geflitzt komme und mit ihnen spiele. Das sieht vielleicht lustig aus, wenn sie sich dann vor Freude im Kreis drehen und ihr Schwänzchen schnappen wollen.

Bello hat mich gefragt, ob ich nicht auch Mama werden möchte – niemals!!! Als Patin kann man immer wieder gehen, wenn es zu stressig wird. Ich bin einfach noch nicht reif für das Elternsein. Und das soll auch noch eine Weile so bleiben.

25.04.2017

Endlich war es wieder soweit, das jährliche Treffen mit meiner Kooperationspartnerin Miezi vom Verein „Tier und Mensch“ stand vor der Tür. Wir wollten uns darüber austauschen, wie es uns besser gelingen kann, dass Haustiere und Menschen gewaltfrei miteinander umgehen, weg von dem besonderen Anspruch Frauchen oder Personal zu benötigen. Ich hatte wieder einmal großes Glück, denn meine Menschenbekannte hatte auch einen Termin im Berghotel „Bastei“ Bad Schandau, um sich dort mit der Geschäftsführung und Einrichtungsleitern fachlich auszutauschen. So hatte ich eine günstige Fahrgelegenheit.

Mieze erwartete mich schon mit Katzenbuckel und gesträubtem Fell am Eingang des Hotels und ließ mich erst gar nicht zu Wort kommen. Sie teilte mir ganz energisch mit, dass sie in keinster Weise bereit ist, mit mir eine Diskussion über die Notwendigkeit einer gemeinsamen Handlungsweise zu führen.

Blieb mir nichts anderes übrig, als erst einmal zu lernen, richtig zu kommunizieren, um Miezis Bereitschaft für ein ernstes Gespräch ohne Einsatz von Pfoten wieder zu wecken.

Wieder ein Glückstreffer – das war auch ein Thema des Leiterseminars der Bürgerhilfe Sachsen.

So schlich ich mich in den Tagungssaal, verzog mich in eine Ecke und lauschte ganz intensiv, um so viel wie möglich zu lernen.

Am ersten Tag erarbeiteten die Leiter gemeinsam mit der Bereichsleiterin Frau Wagner das Thema, welche Fragestellungen hilfreich sind in Vorbereitung eines guten Personalgesprächs. Doch irgendwas war die ganze Zeit über merkwürdig. Während des gesamten Seminars passierten Dinge, die ich nicht verstehen und darüber nur mit dem Schwanz wedeln konnte: Eine Leiterin rannte in den Pausen mit Blumentöpfen und Dekomaterial herum und stellte diese mal hier hin, mal dort hin. Eine Leiterin erzählte auf einmal einen Witz, über den man nicht lachen durfte, es wurden anderen Leitern Süßigkeiten aufgezwungen und ein Leiter hatte plötzlich 3 Armbanduhren um, welche er sich von anderen erbettelt hatte. Das hab ich ganz genau gesehen.

Den zweiten Tag gestalteten Frau Pienitz und Frau Schwarzer, beide Supervisorinnen, welche schon viele Jahre Bürgerhilfeteams begleiten. Los ging es mit einer Wertschätzungsdusche für jeden, auch für mich. Ach war das ein schönes Gefühl, so viele positive Worte auf einmal zu hören. Ich hatte richtig Pipi in den Augen. Zum Glück war ich nicht die einzige.

Ganz viele Denkanstöße erhielten alle zum Thema des gewaltfreien Kommunizierens. So mussten Leiter in Gruppen gemeinsam ein Bild gestalten – und das alles ohne Sprechen. Eines der Exponate hat derzeit auf dem internationalen Kunstmarkt schon einen Schätzwert von 3000 Goldtalern.

Wir dachten gemeinsam über Emotionen nach und stellten erschrocken fest, dass uns die negativen immer zuerst einfallen.

Komisch war an diesem Tag allerdings, als viele Leiter erschrocken reagierten, als eine Teilnehmerin nachwies, wie gut sie bis 4 zählen konnte.

Am 3. Tag werteten Frau Wagner und Frau Seifert die Fragebögen zur Mitarbeiterzufriedenheit aus und wir reflektierten gemeinsam das diesjährige Leiterseminar.

In einer Kaffeepause suchte Miezi nochmals den Kontakt mit mir und erklärte sehr emotional, warum sie einfach nicht ohne Personal auskommen kann. Mir, die jetzt top ausgebildet darin ist, wie man zugewandt komplizierte Gespräche führen kann, gelang es, Miezi so zu bestärken, dass sie es jetzt ausprobieren möchte, ihrem Personal wenigstens 8 Stunden Freizeit am Tag zu gewähren. In dieser Zeit kann sich das Personal erholen und wird bestimmt nicht mehr so gestresst wirken wie vorher. Aber auch mir wurde klar, dass es auf Dauer nicht gut ist, dass ein Hund immer alles macht, was sein Frauchen von ihm verlangt. Er sollte das Recht haben, seine Meinung durch Bellen kundzutun. Das werde ich gleich meinem Kumpel Bello berichten. Er hat ja auch immer Sorgen mit seinem Frauchen, denn diese möchte sogar bei Regen mit ihm joggen, was seinem Fell gar nicht gut tut.

Gut erholt und mit leichter Gewichtszunahme wegen Dauerschlemmens traten wir unsere Heimreise an und konnten uns gestärkt unseren Alltagsaufgaben widmen.

Ich habe festgestellt, dass die Bürgerhilfe ganz schön tolle Leiter hat, auf welche sie sehr stolz ist, aber das wäre nicht so, wenn deren Arbeit nicht so wertgeschätzt würde.

Die Bürgerhilfe ohne Leiter, sie wäre nicht froh.
Könnte nicht da sein für Kinder und Co.
Doch auch für die Leiter ist eines klar,
Anerkennung für geleistete Arbeit ist wunderbar.
Darum stehen alle für die gemeinsame Sache ein:
Und sagen wir und unser Verein.

27.10.2016

Hallo, ich bin es wieder, eure Polly, heute möchte ich die folgende Frage beantworten:

Gibt es Ritter bei der Bürgerhilfe?

Neulich war ich wieder bei meinem Opa in Kipsdorf zu Besuch. Ich höre doch so gern zu, wenn er von früher erzählt. Ganz besonders liebe ich seine Geschichten von furchtlosen Rittern und Prinzessinnen. Opa sagt immer:“ Gäbe es heute noch Ritter im Team, könnten alle Frauen Prinzessinnen sein.“

Und da war er wieder geweckt– mein untrüglicher detektivischer Spürsinn:

Vielleicht gibt es sie ja heute noch- die Ritter- vielleicht sogar bei der Bürgerhilfe?

So machte ich mich also auf die Suche:

Stellt euch vor – ich habe sie aufgestöbert und ihre Tarnung ist aufgeflogen! Fündig wurde ich bereits in der Geschäftsstelle. Sie dachten wohl, man sieht sie nicht hinter ihren Computern, versteckt hinter riesigen Aktenbergen. Ohne sie würde vieles nicht funktionieren, es gäbe keine finanziellen Mittel, Kindern bei ihrer Entwicklung zu helfen, Mitarbeiter hätten kein Gehalt auf ihrem Konto und manches Büro wäre verwaist, weil die PC`s einfach nicht mehr funktionieren wollen. Aber meine Spürnase fand noch mehr. Da gab es Ritter, verkleidet als Fahrer für Kinder oder getarnt als Hausmeister, die Möbel aufbauen konnten, Türen reparierten, Rasen mähten oder die Hecke verschnitten. Ohne sie wären wahrscheinlich schon einige Einrichtungen so zugewachsen, dass es dahinter zuging wie bei Dornröschen. Ganz viele Ritter (so etwa 20 an der Zahl) „spielten“ Erzieher und Sozialpädagogen, sie waren da für Kinder mit ihren Familien, führten „Kämpfe“ mit Schulen oder Ämtern oder zeigten Wege auf für eine positive Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.

Führt euch doch mal vor Augen, es gäbe keine Ritter bei uns in der Bürgerhilfe. Einfach nicht auszudenken! Aber hat denen schon einmal jemand DANKE gesagt – wenn nicht, mache ich das jetzt mit einem Gedicht:

Unser Verein ohne Männer –oje,

wie würden wir alle Arbeit bloß schaffen.

Wer schöbe im Winter vom Fußweg den Schnee,

wer spielte mit Kindern Fußball, wer reparierte den PC?

Es gibt sie, die Ritter, in unsrem Verein,

doch ohne Prinzessinnen wärt ihr allein.

Eine gute Mischung macht es aus-

willkommen Ihr Ritter und Prinzessinnen in unserem Bürgerhilfehaus.

Wau, Goethe wäre begeistert. Vielleicht werde ich ja mal dichtender Detektiv, eine ganz neue Berufsgruppe.

Eure Polly

22.06.2016

Man sagt, meine Spürnase funktioniert jetzt schon exzellent, denn ich habe es als erster herausgefunden: Pascal ist verliebt!!!

Ihr erinnert euch doch noch an Pascal, das Herrchen meines Kumpels Bello. Bello ist ganz schön traurig, denn Pascal hat seit einigen Wochen kaum noch Zeit für ihn, denn er hat jetzt eine Freundin – LENA.

Dabei fing alles ganz anders an.

Lena ist Pascals Klassenkameradin und seit den Winterferien neu in der Klasse. An ihrem ersten Tag setzte sie sich gleich auf eine einzelne Bank in der letzten Reihe und guckte die ganz Zeit furchtbar traurig. Keiner aus der Klasse wollte etwas mit ihr zu tun haben, da sie angeblich in einer WG – auch Wohngemeinschaft genannt – leben würde. Pascals Kumpel Edi behauptete außerdem, dass Lena lügt, da er ganz genau wüsste, dass in einer WG nur Erwachsene wohnen würden, nämlich wie sein Bruder Tom, der in Berlin studiert.

Auf einer Hofpause sah Pascal Lena an eine Tischtennisplatte gelehnt stehen. Er nahm allen Mut zusammen, näherte sich Lisa wie rein zufällig und hat sie einfach gefragt, ob sie nicht gemeinsam Tischtennis spielen könnten.

Seitdem trafen sie sich immer in der großen Pause zu einem Match. Lena erzählte Pascal, dass sie wirklich in einer WG der Bürgerhilfe wohnen würde und warum das alles passiert ist: Zu Hause wäre es für sie kaum auszuhalten gewesen. Lena hat noch 4 Geschwister und beide Eltern keine Arbeit mehr. Dies hat die Eltern so traurig und hilflos gemacht, dass sie sich kaum noch um die Kinder kümmern konnten. Lena und ihre Geschwister kamen oft zu spät zur Schule oder hatten  kein Frühstück mit. Immer wieder waren auch die Hausaufgaben nicht erledigt. Die Klassenlehrerin sprach mit den Eltern und begleitete sie zum Jugendamt. Die Eltern entschieden sich dafür, dass die Kinder für eine Zeit in einer WG leben sollten. Diese Zeit wollten die Eltern nutzen, um wieder Kraft zu sammeln, denn sie wollten ihren Alltag als Familie wieder meistern und dabei wollte ihnen das Jugendamt helfen.

Nach den Osterferien lud Lena Pascal ein, sie in ihrer WG zu besuchen. Er staunte über Lenas tolles Zimmer, über die vielen Spielmöglichkeiten und er fand auch die Erwachsenen ganz nett, welche für Lisa und die anderen Kinder der Einrichtung da waren. Er erfuhr auch, dass Lena am Wochenende auf Urlaub nach Hause darf und die Familie schauen möchte, wie das Zusammenleben jetzt funktioniert, nachdem alle Familienmitglieder etwas dazu gelernt haben.

Seit seinem Besuch in der WG malt Pascal nur noch Schmetterlinge und Herzchen auf seine Hefter… Ich finde, dass dies doch der eindeutige Beweis dafür ist, dass Pascal verliebt ist. Seinem Hund Bello hat er auch schon anvertraut, dass er Lena bestimmt bald küssen wird. Das ist ja nun völlig eklig. Aber Bello sagt, dass dies bei den Menschen nun mal so ist. Er wollte es auch gleich mal mit bei ausprobieren….so schnell hat mich wohl noch keiner wegrennen gesehen.

16.12.2015

He Leute, ich bin es wieder, eure Polly. Leider muss ich euch heute über einen gravierenden Irrtum aufklären

– Schneewittchen wohnt NICHT im Wald!

Jetzt wollt ihr bestimmt wissen, wie ich zu dieser Erkenntnis gelangt bin: Neulich war ich wieder mit meinem Frauchen unterwegs und habe einigen Einrichtungen der Bürgerhilfe einen Besuch abgestattet. So kamen wir auch in der Kleinkindgruppe vorbei, wir klingelten, die Tür öffnete sich und dann stand es vor mir – mein Schneewittchen. So wunderschön wie in meinem dicken Märchenbuch. Ich also schnurstracks rein ins Haus. Das gibt es doch gar nicht, da waren ja noch mehr Schneewittchen und auch ein Prinz war dabei. Aber das ist doch völlig falsch. Mal nachschauen, ob das wenigstens mit den Zwergen stimmt. Da waren sie, die kleinen Stühle, Tische und Bettchen und auch meine geliebten Zwerge waren da. Einige malten gerade eine riesengroße gelbe Sonne, zwei Zwerge bauten voller Begeisterung einen großen Bausteinturm und schubsten ihn immer wieder um, ein Zwerg brachte mit viel Liebe sein Puppenkind ins Bett.  Aber was soll denn das, die machen doch alles falsch! Die Zwerge müssen ins Bergwerk, sie müssen Diamanten und Eisenerz suchen und sie müssen Schneewittchen beschützen. Hat denen denn niemand gesagt, dass hier irgendwas nicht stimmt, das steht doch ganz anders in meinem Märchenbuch. Sagt ihnen denn niemand, wie es richtig sein muss. Aber mein Frauchen scheint den Fehler auch nicht zu bemerken. Wenn die Zwerge nicht im Wald sind, wie soll denn da die böse Königin ins Haus gelangen und meinem Schneewittchen den vergifteten Apfel geben. Ich glaube, hier muss etwas grundsätzlich geklärt werden! Darüber muss ich gleich mal nachdenken. Die Kleinen haben ein ganz schönes Glück, dass sie Schneewittchen und Prinzen haben, die ihnen helfen und für sie da sind wenn sie Kummer haben. Ich glaube, ich muss mich ganz schnell zurück in die Zeit der Gebrüder Grimm beamen und mit ihnen das Märchen neu schreiben, so wie das bei der Bürgerhilfe gespielt wird, gefällt es mir viel besser.

08.10.2015

Ihr erinnert euch doch noch an Bello, mit dem ich ganz schöne Konflikte hatte. Mittlerweile haben wir viel gemeinsam unternommen und sind so was Ähnliches wie Freunde geworden.

Bellos Herrchen ist noch ziemlich jung, gerade mal 9 Jahre. Er heißt Pascal und besucht die Grundschule gleich nebenan.

Ständig hat er so ein kleines blaues Büchlein bei sich, um das er ein ganz schönes Geheimnis macht, weil er es von seiner Lieblingsnachbarin Frau Gersten geschenkt bekam. Gestern nun hat er es doch auf dem Spielplatz liegen gelassen, ich habe es mir gleich geschnappt und erst mal hinterm Schuppen versteckt.

Als endlich alle weg waren habe ich mir das Buch geholt und drin gelesen. Das hat mich alles so bewegt, so dass ich euch Teile davon einfach vorlesen muss.

… Hallo liebes Tagesbuch. Heute haben sich Mama und Papa wieder so sehr gestritten, dass ich es noch hören konnte, obwohl ich meine Ohren zugehalten habe. Papa hat gesagt, dass er jetzt eine neue Familie hat und weggehen will. Mama hat bloß geweint….

…Mama und ich leben jetzt allein. Mama kommt jetzt abends ganz schön spät nach Hause, weil sie so viel arbeiten muss. In der Klasse ärgern mich alle, weil wir jetzt nicht mehr so viel Geld haben und ich kein cooles Handy habe…

…Oh je, heute Abend gibt es Ärger: Ich habe mich heute geprügelt und dafür einen Klassenleitertadel erhalten. Aber ich lasse es mir nicht mehr gefallen, wenn andere mich provozieren, die sind selber schuld, wenn ich ihnen eine reinhaue…

…Heute musste ich sogar zum Direktor, denn ich habe heute vor Wut einfach um mich geschlagen, dabei ist ein Tisch im Klassenzimmer kaputt gegangen, den wir ersetzen müssen und Mama verdient doch nicht so viel. Papa brauch ich auch nicht zu fragen, der hat doch jetzt eine neue Familie…

…Heute war Mama in der Schule, weil meine Zensuren immer schlechter geworden sind und ich das Schuljahr vielleicht nicht schaffen werde, in Betragen stehe ich auch auf ner wackligen 4. Mama hat den ganzen Abend geweint…

….Mama hat sich heute mit Frau Gersten unterhalten. Die arbeitet in einer Einrichtung für Kinder, denen es ganz schön schwer fällt, mit ihren Problemen in der Schule, in der Familie oder mit Freunden zurecht zu kommen. Sie hat Mama und mich eingeladen, sie doch einmal in ihrer Einrichtung zu besuchen…

…Heute haben wir Frau Gersten auf Arbeit besucht. Mir hat es richtig gut gefallen. Die Kinder können hier ihre Hausaufgaben erledigen, haben immer jemanden, der ihnen zuhört, lernen das Zusammenhalten und üben, miteinander zu spielen ohne Streit und Gewalt. Frau Gersten empfahl Mama, doch einmal zum Jugendamt zu gehen und dort von ihren Sorgen zu berichten….

… Mama und ich waren jetzt schon ein paar Mal im Jugendamt. Beim ersten Mal waren wir sehr aufgeregt, weil wir dachten, alles falsch gemacht zu haben. Aber man hat Mama und mich verstanden und uns Hilfe zugesichert. Das Jugendamt hat mit meinen Lehrern gesprochen und sich lange im Team beraten. Man entschied sich dafür, mir einen Platz in einer Tagesgruppe zu bewilligen, zum Glück in der Einrichtung von Frau Gersten. Morgen geht es los…

…Hallo liebes Tagebuch, du hast jetzt lange nichts von mir gehört, aber das hat alles seinen Grund. Ich komme jetzt immer erst abends nach Hause, denn nach der Schule fahre ich erst einmal in die Tagesgruppe. In der letzten Mathearbeit hatte ich sogar eine 2 und ein Lob im Hausaufgabenheft gab es auch, weil ich sehr gut mitgemacht habe. Mama ist auch nicht mehr so traurig, sie braucht jetzt nicht mehr Angst vor einem Anruf aus der Schule haben, denn ich haue nicht mehr. Wenn Mama mal nicht mehr weiter weiß, kommt sie in die Tagesgruppe, dort unterhält sie sich mit Frau Gersten, dann machen wir gemeinsam Hausaufgaben oder spielen gemeinsam….

 

Ich hatte schon gemerkt, dass Pascal und Bello jetzt anders sind als früher, endlich weiß ich auch warum. Irgendwie muss ich ihm sein Tagebuch wieder zurückgeben. Ich könnte es ja einfach wieder auf den Spielplatz legen, aber nein: Ich bin stark und gebe es Pascal persönlich zurück.

Eigentlich toll, dass es Orte für Kinder mit Sorgen gibt und Erwachsene, welche neben den Eltern für sie da sind.

Es gibt auch Orte, wo die Kinder eine Zeitlang wohnen, um ihre Sorgen los zu werden. Aber davon berichte ich euch ein anderes Mal.

Eure Polly

08.07.2015

Und es sollte doch ein wunderschöner Tag für über 500 Heimkinder werden, zu denen auch die Kinder unserer Wohngruppen in Bautzen und Gräfenhain gehörten.

Niemand wird jemals verstehen können, was da am 13. Juni auf unserer 20. Heimkinder-Motorradausfahrt, organisiert durch den Verein Motorradfreunde Pirna e.V. unter Schirmherrschaft des Landrats Michael Geisler kurz vor Zinnwald wirklich passiert ist.

Kinder und Mitarbeiter der Wohngruppe Gräfenhain haben jetzt gemeinsam mit weiteren Trauergästen Abschied von den beiden Motorradfahrern genommen, welche durch eine Verkettung unglücklicher Umstände während dieses Events ihr Leben verloren haben.

Ihr Menschen sagt immer so klug, dass das Leben für Familien und Freunde irgendwie weitergehen muss. Doch so leicht ist das ganz bestimmt nicht. Deshalb hat der Verein Motorradfreunde Pirna e.V. bis zum 31.7.2015 ein Spendenkonto und ein Gästebuch eingerichtet.

Ich kann euch nur bitten mitzuhelfen, den Familien eine finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen und dem Verein Mut zuzusprechen, dass es vielleicht irgendwann eine 21. Ausfahrt geben wird.

Eure Polly

Bankverbindung:
Empfänger: Motorradfreunde Pirna e.V.
IBAN: DE11 8505 0300 0221 0915 21   
BIC: OSDDDE81XXX (Ostsächsische Sparkasse Dresden)
Verwendungszweck: Hilfe für Norbert und Thomas

25.06.2015

Sitze ich doch vor ein paar Tagen bei meinem Opi in Kipsdorf am Frühstückstisch, also er auf seinem Lieblingsstuhl und ich auf seinem Schoß. So wie jeden Morgen, wenn ich ihn besuche, lesen wir gemeinsam die Zeitung. Opi liest vor und krault mir dabei den Nacken. Plötzlich zwickt er mich, so dass ich laut aufheulen muss und schreit: „Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt, was steht da bloß wieder für ein Mist in der Zeitung!“

Doch von Anfang an…

Das im Jahre  2009 aus der Taufe gehobene Seniorenhilfeprojekt unseres Vereins in Kooperation mit der Stadt Altenberg beteiligte sich an der Ausschreibung zum bundesweiten Wettbewerb 2014/2015 zur Förderung des ehrenamtlichen sozialen Engagements „startsocial“ unter Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und wurde neben 24 weiteren Projekten, deren soziale Initiativen so wie unsere am meisten überzeugten, aus einem Stapel von 300 Anträgen von einer Jury ausgewählt und ins Bundeskanzleramt eingeladen.

Am 17. Juni reisten also Frau Hoyer und Frau Nöckel mit mir im Handgepäck total aufgeregt nach Berlin. Dort konnten wir noch einmal unser eingereichtes Projekt präsentieren, eine Führung durch das Bundeskanzleramt erleben und an einem Festakt teilnehmen.

Dabei würdigte Frau Dr. Angela Merkel unser Projekt als eine Initiative, welche für ältere Menschen im Raum Altenberg bedarfsorientiert Unterstützung bietet und somit einen sozialpräventiven Charakter hat. Dafür erhielten wir als Dankeschön eine Ehrenurkunde. Nach einem Fototermin (wer ganz genau hinsieht, kann mein weißes Schwänzchen gleich hinter der Bundeskanzlerin hervorblitzen sehen), einem Büfett und der Möglichkeit, sich mit anderen Teilnehmern auszutauschen, ging dieser aufregende Tag für uns zu Ende und wir fuhren gleich weiter zu meinem Opi nach Kipsdorf, der jeden Besuch von mir sehnsüchtig herbeisehnt.

Opi konnte sich gar nicht wieder über das beruhigen, was er gerade in der Zeitung entdeckt hat - einen Artikel über meinen Besuch in Berlin!

„Die schreiben hier bloß, dass es kein Geld gab, KEIN Wort darüber, dass unser Projekt das einzige für ältere Menschen war und dass nur 2 Bewerbungen aus Sachsen nominiert wurden. Die hätten lieber schreiben sollen, dass ich durch das tolle Engagement in meiner Wohnung bleiben konnte und hier mein eigenständiges Leben führen kann, dass es hier Menschen gibt, die kein Geld dafür wollen, mich zu besuchen, mir zuzuhören, mit mir auch mal einen Antrag für die Krankenkasse auszufüllen, die einfach da sind, wenn ich Hilfe benötige, denn du Polly bist ja in Dresden und kannst mir nicht immer helfen. So was gehört eigentlich in die Zeitung!“

So habe ich Opi noch nie erlebt. Ich finde es wirklich toll, dass es Menschen gibt, die aufmerksam sind und aufpassen, dass mein Opi und viele andere nicht allein sind und da sind, wenn sie gebraucht werden. Natürlich hätte man sich für einen Geldpreis etwas Schönes kaufen können, aber eben keine Menschlichkeit. Wie ich immer sage: Es menschelt eben bei uns, und unter uns gesagt:

Wir waren vor der Queen bei der Bundeskanzlerin.

05.06.2015

Das muss ich euch unbedingt erzählen…

Nach einem ganz erfolgreichen Leiterseminar 2014 im Käbschütztal wollten sich schon 7 Monate später alle leitenden Herrchen und Frauchen aller Bürgerhilfeeinrichtungen gemeinsam mit der Geschäftsführerin Frau Seifert und der Bereichsleiterin Frau Wagner im Hotel Stephanshöhe Schellerhau treffen.

Also früh am Morgen ganz schnell aus dem Körbchen gehüpft, Koffer gepackt und los ging es ins Gebirge. Nur gut, dass kein Schnee mehr lag.

Dieses Mal hatte auch ich eine offizielle Einladung, denn die geplanten Themen waren für mich von großem Interesse, wegen der ständigen Bell- und Knurrattacken unseres Nachbarhundes Bello musste für mich schnellstens eine Lösung her.

Am ersten Tag ging es gemeinsam mit dem Referenten Herrn Zips darum, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit es allen Frauchen und Herrchen mit ihren Teams im Umgang mit dem Jugendamt und allen Kooperationspartnern gelingt, ihre Rolle als Dienstleister auf Augenhöhe zum Wohle des Kindes überhaupt wahrnehmen zu können. Für mich waren die Inputs von großer Wichtigkeit, da ich auch ständig Kontakt zum Tierschutzverein halten muss, wie gesagt, wegen Bello eben…

Ich kann den gelungenen Tag mit einem eigenen Zitat kurz zusammenfassen: „Wenn ich meinen Dienst gut leisten möchte, muss ich wissen, welchen Dienst ich leiste.“ Klingt doch cool, oder…

Am Abend trafen sich alle wanderfreudigen Herrchen und Frauchen zu einer Kneipp- und Kräutertropfenwanderung querfeldein über Wiesen und durch den Wald. Stellt euch vor, da haben einige sogar am Wiesengras geknabbert! Wenn ich nicht genau wüsste, dass das Menschelein sind... Hihi!

Am nächsten Tag wurde es für mich und die anderen voll spannend, ging es gemeinsam mit Herrn Heidig doch darum, warum es immer wieder Konflikte im Team und mit Klienten gibt und wie man diese positiv lösen kann, damit beide Seiten zufrieden mit dem Ergebnis sind.

Für mich kam es zum AHA-Effekt, dass man denen, welche Konflikte mit Gewalt lösen wollen, die Zielerreichung nicht ermöglichen sollte. Das bedeutet für mich, Bellos Knurren und Bellen darf nicht dazu führen, dass ich ihm ständig meinen Knochen abgebe. WEIL: Seine Aggressionen sind nämlich angelernt und nicht angeboren, er kann also umlernen und Wege finden friedlich zum Ziel zu gelangen. Vielleicht teile ich ja dann meinen Knochen mit ihm?

Am Nachmittag besprachen wir noch, dass es ganz wichtig ist, sich um die älteren Mitarbeiter im Team rechtzeitig zu kümmern, ihre Sorgen und Probleme wahr und ernst zu nehmen, herauszufinden, was sie noch bis zum wohlverdienten Renteneintritt erreichen wollen. Also ich habe da auch schon meine Pläne: Auf jeden Fall möchte ich mein Frauchen noch zu vielen Leiterseminaren begleiten und euch über Interessantes aus dem Bürgerhilfealltag berichten.

Bevor am Abend ein Lagerfeuer entzündet wurde, ging es mit brennenden Fackeln eine Runde um Schellerhau. Bei Stockbrot und guten Gesprächen verging die Zeit wie im Fluge.

Am Samstag gesellten sich die Bereichsleiterinnen Frau Tappert und Frau Schild zu uns, denn es ging um  die Auswertung der Mitarbeiterbefragung 2014. Bei der Auswertung war die Geschäftsführung ganz gespannt darauf, wie die Mitarbeiter z.B. auf folgende Fragen antworteten.

  • Wie zufrieden sind sie insgesamt mit den äußeren Bedingungen an Ihrem Arbeitsplatz?
  • Wie wirkt und handelt ihr Vorgesetzter?
  • Wie hoch ist Ihre Arbeitsbelastung?
  • Entwicklungsmöglichkeiten im Verein

Ganz oft waren im Diagramm die Farben grün und blau vertreten, das bedeutet, dass die Mitarbeiter zum sehr großen Anteil zufrieden mit ihrem Arbeitgeber und dessen Mitarbeitersorge sind.

Genau wie Frau Seifert finde ich das Ergebnis spitze, vor allem, weil blau und grün meine Lieblingsfarben sind. So sieht auch meine Lieblingskuscheldecke aus.

Ich glaube die Geschäftsführung ist ganz schön stolz auf das erreichte Ergebnis, beweist es doch wieder, dass es bei uns menschelt, und das ganz intensiv.

Genau so fiel auch die Verabschiedung nach diesen erkenntnis- und erfahrungsreichen Seminartagen aus, bei denen auch die Vernetzung nicht zu kurz kam.

Das war es erst einmal von mir, ich kann euch jetzt schon sagen: Bello ist auf einem guten Weg…

18.12.2014

Mit meiner feinen Nase habe ich ja ein besonderes Gespür für Gutes. Also Wiener Würstchen, panierte Schnitzel oder leckere Hackbällchen. Ach, nein, das meinte ich jetzt doch gar nicht. Ich habe einen Sinn dafür, wenn irgendwo etwas Gutes getan wird. Und so zog mich meine Nase am Mittwoch vor dem vierten Advent ins Aktiv-Hotel nach Pirna.

Mensch ich sage euch, das war aber auch schwierig mich dort zu konzentrieren. Auf dem Weg zum Festsaal musste ich erstmal an den Turnhallen vorbei. Und dort haben die sportlichen Gäste des Hotels Tennis gespielt und andere Sportarten betrieben. Wie gerne hätte ich da mit gespielt. Oder mir wenigstens einen Tennisball stibitzt. Aber noch bevor ich mich völlig von meinem Besuch bei der Kinder-Weihnachtsfeier der Bürgerhilfe ablenken ließ, zog mich meine Nase in den Tagungsraum. Mmmmh... Der Duft von leckeren Plätzchen, Saft und Fanta. Mmmhh... Und so viele Kinder aus ganz unterschiedlichen stationären Einrichtungen der Bürgerhilfe. Mensch da war was los.

Aber neben den begleitenden Erzieherinnen und Erziehern gab es noch eine ganze Reihe anderer Menschen, die da herumwuselten und für Essen, Geschenke und sogar für Musik sorgten. Mensch, die rochen, als ob sie Gutes tun würden. – Das war der Duft, der mich nach Pirna gelockt hat. Wie sich herausstellte, waren das alles Leute von der Allianz Filialdirektion Dresden-Ost (komplizierter Name!), die die Idee hatten, den Kindern, die aus ganz unterschiedlichen Gründen nicht zu Hause wohnen können, mal etwas Gutes zu tun.

Da gab es die Büroleiterin Sylvia Ludwig, die die Idee hatte, einen Weihnachtsbaum mit Wunschzetteln im Büro aufzustellen (ein Baum im Büro, dass stell ich mir praktisch vor, hihi). Und Frau Henning-Hesse hatte die Idee, dass alle zusammen nicht nur etwas für Kinder geben, sondern dass sie und ihre Kollegen gemeinsam mit den Kindern etwas unternehmen. Was wäre da schöner, als zusammen Weihnachten zu feiern!

Also wurde im Aktiv-Hotel gefragt, ob die Kinder im Tagungssaal Weihnachten feiern dürfen und das Hotel fand die Idee so schön, dass sie den Saal beisteuerten und obendrein als Geschenk die Bereitstellung der Getränke übernahmen (Fanta ist übrigens doch nichts für Hunde - viel zu süß). Einer der Versicherungsvertreter brachte seine Violine und noch drei Freunde mit. Einer davon mit einem riesigen Kontrabass und eine Ziehharmonika war auch dabei. Tolle Musik! Und wie die Kinder bei den Weihnachtsliedern mitgesungen haben, ich könnte mir gar nicht so viel Text merken.

Als der Weihnachtsmann kam, hab ich mich unter dem Tisch versteckt und die Krümel vom Boden aufgeschleckt. Irgendwie war mir der Weihnachtsmann nicht geheuer. Der hatte eine Rute, die hätte als Stöckchen ja mal gar nichts getaugt. Geschenke hatte er auch dabei – für all die lieben Kinder (damit war ich aber sicherlich nicht gemeint).

Nach der Bescherung gab es dann Abendessen – sogar das hatte einer der Büromitarbeiter der Allianz gekocht und vorbereitet. Lecker! Nudelsalat, Kartoffelsalat, ach und das bringt mich wieder zu Hackbällchen, panierten Schnitzeln und Wiener Würstchen. Mmmhhh...

An danach kann ich mich nicht mehr erinnern, so hab ich mir den Bauch vollgeschlagen. Aber eines wollte ich noch: mich mit einem dreifachen Wuff-Wuff... Wuff! im Namen aller Kinder der Bürgerhilfe bedanken!

07.11.2014

Die Bürgerhilfe-Leute packen die Koffer? Hurra, Urlaub ist angesagt! Schnell noch meine gelbe Quietscheente eingepackt und ab ins Auto gehüpft.

Wo fahren wir denn hin? In Käbschütztal soll man Urlaub machen können? Da ein Schild – Gut Frohberg- kenn ich nicht.

Frau Seifert sagt, wir werden gleich viele leitende Frauchen und Herrchen treffen, welche sich vom 16.10. bis zum 18.10.14 drei Tage lang gemeinsam mit den Bereichsleiterinnen und der Geschäftsführerin der Bürgerhilfe Sachsen e.V. weiterbilden wollen. Viele sind schon da, aber alle ohne ihren vierbeinigen Freund....schade... Also doch kein Urlaub, sondern viel Arbeit.

Frau Seifert sagt, dass ich hier viel stromern kann und Interessantes entdecken werde. Das mach ich doch gleich mal. Hinter dem Haus treffe ich eine Seminargruppe Gänse, welche sich bereits jetzt schon auf das Weihnachtsfest vorbereitet. Sie haben leider nicht viel Zeit für mich, so dass ich mich wieder zu den anderen geselle, mich mit in den Seminarraum schmuggle und mir ein kuscheliges Plätzchen suche. Dort sind noch ein Frauchen und ein Herrchen, welche Inputs und Hilfestellungen geben wollen, wie man gutes Fachpersonal findet und dieses langfristig an sich bindet. Das ist ja nicht so mein Thema. Aber die Katze von Frau Seifert hat jetzt ein gewaltiges Problem. Wenn diese weiter mit der Pfote auf den Tisch klopft, wenn die Futterzufuhr zu langsam vonstatten geht, wird sie sicher bald Personalprobleme haben. Den Abend verbringen wir gemeinsam in geselliger Runde im Wintergarten. Das ist fast so ein Geschnatter wie im Gänsestall am Morgen.

Am nächsten Tag treffen wir ein Herrchen, welches uns erläutert, wie man Konflikte konstruktiver lösen kann. Was höre ich da, meine Ohren sind voll auf Empfang: Erklärt das Herrchen doch gerade, dass ich nicht immer gelobt werden soll, wenn ich die Pantoffeln gebracht habe! Denn so könnte es passieren, dass ich schon gelobt werden will, wenn ich nur einen bringe! Recht hat er ja, aber da weigere ich mich ihm zuzustimmen. Stattdessen knurre ich ganz intensiv in meiner Sofaecke. Ich werde sie alle schon noch davon überzeugen, dass es für sie besser ist, mich weiter zu loben.

Nachmittags hatten wir Freizeit, da sind wir, wie auch viele andere Seminarteilnehmer nach Meißen gefahren und haben voll Bewunderung festgestellt, wie mutig die Meißner ihre Stadt nach dem Hochwasser wieder aufgebaut und nicht den Mut verloren haben. Der gemeinsame Abend war wieder sehr entspannend und unterhaltsam.

Am letzten Seminartag hatte Frau Seifert die Idee, einen Gruß an alle Herrchen und Frauchen im Weltall zu schicken. Wir mussten uns als Kreise oder Kringel aufstellen. Es sah fast so aus, als würden wir auf dem Innenhof irische Kornkreise entstehen lassen. Ich hab noch ziemlich lange nach oben geschaut, aber es hat keiner geantwortet. Vielleicht gab es aber ein Kommunikationsproblem, welches wir unbedingt in einem anderen Seminar bearbeiten müssen.

Am Abschlusstag prüften alle Seminarteilnehmer das Vereinsleitbild, ob dies noch den aktuellen Bedarfen entspricht. Mein Vorschlag, dass jeder Mitarbeiter zur Psychohygiene eine gelbe Quietscheente bekommt, wurde kategorisch abgelehnt. Aber einige Herrchen und Frauchen fanden meine Idee gar nicht so schlecht. Also Ente gut – alles gut.

Fast hätte ich es vergessen, der Nicht-Urlaub auf Gut Frohberg in Käbschütztal war so toll, dass ich noch schnell ein Dankeschön an die Gastgeber und die Organisatoren ins Weltall schicken werde.

Also tschüss bis zum nächsten Mal, bestimmt recht bald.

Eure Polly

06.06.2014

Leute, Leute, Leute……………..hallo.
Ich kann nur sagen, es ist verwirrend!

1. 6. ist ja immer internationaler Kindertag.

Aber dieses Jahr gab es ein Fest für mich, den Hund! Jawohl. 1.6. 2014 war nämlich Tag des Hundes!

Und was die Zweibeiner sich alles für mich ausgedacht haben……………….und alles auf dem Hof der Bürgerhilfe Sachsen e.V.

Also, es gab eine Hüpfburg (ich durfte nur mit Schuhen drauf, wegen der Krallen…..also eher nicht)
Dann gab es Torwandschießen (leider schiebe ich ja den Ball nur mit der Nase vor mir her), Eierlauf (das habe ich ausgelassen, ich lauf doch nicht mit Eiern), Tischtennis (ich habe mich auf das Holen und Bringen der verkickten Bälle spezialisiert), Tischkicker (das war nix, da hab ich nichts gesehen).

Dazu gab es überall für die Gewinner kleine Preise. Also nicht für mich, ich hab ja nicht gewonnen.

Kinderschminken war da auch. Aber ich habe ja schon eine Maske, also hab ich mich nicht angestellt. Aber Zuckerwatte, Popcorn, Kuchen, Salat (Ihgitt), Würstchen vom Grill……………(alles super lecker) gab es auch (für mich allerdings Hundefutter und Wasser).

Am dollsten fand ich ja die Falknerschau. Da waren tierische Kumpels von mir dabei. Ein Fuchs zum Beispiel und ein Marderhund (gnihihihi ……….Marderhund, der kann sich wohl nicht entscheiden). Außerdem konnte man sich als Harry Porter verkleidet mit lebendiger Schneeeule fotografieren lassen. Das war cool, leider aber auch nichts für mich. Ich passte weder in das Kostüm, noch wollte die Eule auf meiner Pfote sitzen.

Aber dann gab es doch noch was für mich: GREIFVOGLKÜKEN gucken. Die waren ja vielleicht süß! Ob die auch so schmecken?

Also ich fand den Einsatz von Grit Hazrati und ihren Freunden (die mir das alles schenkten) absolut großartig! DANKESCHÖN!

Werde aber irgendwie das Gefühl nicht los, dass das alles doch für die 60 Kinder und 25 Erwachsenen gedacht war, auch die vielen, vielen Geschenke.

Nunja, es war ja doch eher Kindertag, ich kann das verstehen. Für mich ist ja auch jeder Tag Tag des Hundes…………………..wuff-wuff

31.12.2013

Als Hund weiß ich, dass an Weihnachten und Sylvester ja eigentlich nichts geknickt sein sollte: die Menschen sollten fröhlich und nicht geknickt sein, die Weihnachtsgeschenke und die Glückwunschkarten fürs neue Jahr sollten nicht geknickt sein. Und auf gar keinen Fall sollte die Spitze des Weihnachtsbaums geknickt sein. Nun ist das Jahr 2013 schon wieder vorbei, die Weihnachtsbäume bald schon wieder verschwunden und auch der Herrnhuter Stern ist hoffentlich ohne Knick verstaut worden.

Mit meiner Spürnase habe ich aber dennoch einen Knick auf der Zielgeraden des Jahres entdeckt. Doch um das zu erklären, muss ich etwas weiter ausholen. Als ein durch die Einrichtungen der Bürgerhilfe streunender Hund entdecke ich ja so manches, was im Alltag gerne mal untergeht. Ich spiele mit dem Hausnotrufgerät herum, ich schaue mir die neue Website an und gebe frech meinen Kommentar dazu ab: „Wuff!“ Ob Weihnachtsmann oder Vereinsfeier – mir entgeht nichts!

Und so habe ich auch diesen Knick entdeckt. Mit meiner Spürnase kann ich nämlich feststellen, wie viele Besucher auf der Website der Bürgerhilfe vorbeigeschaut haben – das ist so ähnlich wie auf dem Hundespielplatz. Da riecht es auch immer ganz spannend. Und auch wenn ich nicht herauskriegen kann, wer die Besucher sind (schließlich riechen Bits und Bytes nur ganz schwach nach Null und Eins), so ist es doch interessant zu sehen wie viele Besucher Informationen auf den Internetseiten der Bürgerhilfe suchen. Fast Tausend Menschen sind hier im Dezember 2013 vorbeigekommen! Wenn ich die alle persönlich mit Gebell und wedelndem Schwanz hätte begrüßen müssen... Puh... Zum Glück kann ich mich gemütlich auf meinem Sofaplatz zurücklehnen und mich einfach nur freuen, dass Sie da waren.

Ich freue mich auch, dass die Weihnachtsfeiertage und Sylvester für viele offenbar Grund genug war, den Computer einmal auszulassen und sich mit Familie und Festlichkeiten zu beschäftigen. Und da kommt der Weihnachtsknick her, der Knick im Schaubild der Besucherzahlen. Fast 1000 Besucher. Ohne Knick wäre ich ja mit Schnuppern gar nicht fertig geworden, bei so vielen Besuchern. Und trotzdem freue ich mich schon ein bisschen, wenn wir die 1000 Webseiten-Besucher im Monat übertreffen. Also besuchen Sie mich bald schon wieder.

Mit einem kräftigen „Wuff“ wünsche ich Ihnen Alles Gute fürs neue Jahr!

28.11.2013

Ist das ein Mistwetter! Sturm und Regen. Wenn es wenigstens nur Sturm wäre, dann könnte ich den umhertreibenden Blättern nachjagen, aber jetzt wo es auch noch regnet, bin ich froh, dass ich bei meinem alten Freund Enno den Nachmittag verbringen darf. Jetzt ist er zwar los, zum Seniorennachmittag, aber mich bringen heute keine zehn Kühe mehr vor die Haustüre, bei diesem Mistwetter.

Nanu, was ist das denn für ein kleines Ei mit dem roten Knopf darauf? Ich hab das schon gesehen: seit seinem schweren Sturz vor einem Jahr trägt es mein Freund Enno regelmäßig um den Hals. Mal sehen, ob man mit dem lustigen Knubbl spielen kann. Mmmh... die Kordel kaut sich schon mal ganz angenehm, das trägt sich bestimmt auch bequem um den Hals. Jetzt will ich aber doch mal herausfinden, was es mit dem roten Knopf auf sich hat. Ob ich den mit der Nase gedrückt bekomme? Oder mit den Zähnen? – ich glaube ich probiere es mal mit der Pfote. Huch, jetzt macht plötzlich der Kasten neben dem Telefon komische Geräusche...

Interessant! Und jetzt meldet sich ein Mann und fragt nach meinem Gastgeber: „Hausnotruf des DRK, Sie sprechen mit Herrn Friedrich. Herr Richter, hören Sie mich? Benötigen Sie Hilfe?“... Oh wie spannend! Wuff! Wuff! „Herr Enno Richter? Da Sie mir nicht antworten, würde ich jetzt wie vereinbart, Ihre Tochter informieren, in Ordnung?“ Wuff! Wuff! Oh ist das spannend!!! Jauuuullll!... Jetzt ist das Gerät wieder still. Mmmh. Puh, war das aufregend. Jetzt lege ich mich erstmal aufs Sofa. Das darf ich nämlich auch nur, wenn Enno nicht da ist.

5 Minuten später: Hoppla, da ist jemand an der Haustür. Gleich mal nachschauen, ob Enno heute früher kommt. Und mein neues Spielzeug nehme ich vorsichtshalber mit, nicht, dass es abhanden kommt. Angelika, die Tochter von Enno. Wie schön, sie auch mal wieder zu sehen. Sie sieht ganz erschrocken aus. Was nur los ist mit ihr? Und jetzt hat sie das Spielzeug entdeckt und freut sich plötzlich riesig.

Leider hat sie mir das Spielzeug weggenommen, aber sie war richtig glücklich, als Enno ein paar Minuten später gesund und munter vom Seniorennachmittag zurück gekommen ist. Ich glaube das Spielzeug ist ein Gerät, um Hilfe zu holen, wenn man zum Beispiel mit gebrochenem Bein nicht mehr zum Telefon laufen kann. Ich finde das sollte es auch für Vierbeiner wie mich geben! Dann könnte ich mir zum Beispiel Hilfe holen, wenn das Wetter mal wieder so schlecht ist, dass man gar nicht vor die Haustüre treten möchte.

30.08.2013

Mann - das hat ja gedauert, nun warte ich schon seit zwei Jahren darauf, dass ich hier endlich mal einen Platz bekomme um was zu sagen. Denn im Gegensatz zu all den anderen, die hier auf der Seite etwas schreiben, habe ich ja was zu sagen.
Was es hier auf der neuen Internetseite nicht alles gibt: News - was soll dass denn sein? Kann man sowas nicht auf deutsch sagen??? Aha und suchen kann man hier: Na dann mal los dann such mal "Stöckchen" &%%%???????????? was soll das denn - "meinten Sie Störung" - ne mein ich nicht. Wenn ich ein Stöckchen bringen soll und bring statt dessen einen alten Socken her - das geht doch auch nicht.
Aber die Karte die ist nicht schlecht. Das blaue sind die Flüsse - gut zu wissen wo die sind, da kann man Enten jagen. Aber die rosa Knubbel was soll das denn sein? Hopla - da geht ja was auf wenn man mit der Nase dagegen stupst. Das ist lustig....